- 1: Wochenimpuls.
- 2: Foto-Impuls.
- 3: Mit Kindern beten.
- 4: Über das Beten.
- 5: Beten konkret.
- 6: Ignatianisch beten.
- 7: Schönstatt.
- 8: Gebetsapostolat.
- 9: Beten Postmoderne.
- 10: Mechthild von Magdeburg.
- 11: Gebete.
- 12: Gebetskarte.
Die Geschichte des Gebetsapostolats
Das Gebetsapostolat ist missionarisch ausgerichtet. Es geht um die Bekehrung möglichst aller Menschen, die noch nicht zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind.
Die Initiative ging vom Studienhaus der Jesuiten in Vals am Rande der Auvergne aus. Es gab einen großen apostolischen Einsatzwillen unter den Jesuitenstudenten, der von dem damaligen Spiritual P. Francois Gautrelet und späteren Provinzial in die Form des Gebetes für apostolische Anliegen aufgegriffen wurde.
Der missionarische Aufbruch der Kirche im 19. Jahrhundert hat das Gebetsapostolat beflügelt. Gründungsdatum ist der 3. Dezember 1844 im Bistum Le Puy, in dem das Studienkolleg der Jesuiten lag. 1849 gewährt Pius IX dem Gebetsapostolat Ablässe
1852 übernimmt H. Ramière die Leitung des Gebetsapostolates.
Bei seinem Tod 1884 gibt es 35.606 lokale Zentren und Gruppen mit 13 Millionen Mitgliedern. 1939 wird eine Zahl von 30 Millionen Mitgliedern des Gebetsapostolates genannt.
Seit 1925 gibt es eine eigene monatliche Gebetsmeinung für die Mission
Deutschland
Die Idee wurde von Pfarrer Röder aus dem Bistum Trier aufgegriffen. In der Zeit des Kulturkampfes war das Gebetsapostolat ein Rückhalt der deutschen Kirche. Der Gründer der Steyler Mission, Arnold Janssen, war der für das Gebetsapostolat im Bistum Münster beauftragt.
Die Idee fand auch organisatorische Formen, Ziel war es, in jeder Gemeinde Gebetsgruppen zu bilden. Das ist in den Anfängen auch gelungen.
Die spirituell-theologische Grundlegung
P. Ramière hat dem Gebetsapostolat ein ganzes Buch gewidmet. Er folgte in der Leitung des Gebetsapostolates P. Gautrelet und war als Konzilstheologe beim 1. Vatikanum.
Das Gebetsapostolat ist wohl von einem Grundstrom der Frömmigkeit des 19. Jahrhunderts getragen. Es wurzelt theologisch in der Gnadentheologie, in der Maxime, dass der Glaube ein Geschenk Gottes ist und ekklesiologisch in der Auffassung, dass jeder Christ am Aufbau der Kirche mitwirken soll. Hinzu kommt eine besondere Facette: Das Gebet ist das effektivste Mittel der Mission.
Der Titel des Buches heißt programmatisch:
Der Gebetsapostolat,
ein Bund frommer Christen,
um in Gemeinschaft mit dem Herzen Jesu
den Triumph der Kirche und das Heil der Seelen zu erzielen.
Die Aufgabe wird am Ende des Buches durch eine Liste der Länder und Staaten verdeutlicht, in der jeweils die Zahl der Einwohner angegeben ist.
Das Gebetsapostolat ist von Anfang an mit der Herz Jesu in Beziehung gesetzt worden und verbindet sich mit der eucharistischen Frömmigkeit. Zur Grundlegung des Gebetsapostolates spricht P. Ramière folgende Themen an:
Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass es so wenig Bekehrte gibt. Obwohl Christus sein Blut für alle Menschen vergossen hat und die Wirkung seiner Erlösungstat nicht in Frage steht, gibt es immer noch so wenige, die an Christus glauben.
Dieses Faktum lässt die Frage aufkommen, ob Gott mit dem „vollkommensten seiner Werke sein Ziel verfehlt zu haben scheint“.
Gott will die Mitwirkung des Menschen an seinem Werk. Das folgert Ramière aus dem Auftrag des Apostels zur Fürbitte.
Das Gebet ist das wirksamste Mittel des Apostolates. Der Beter folgt dem Beispiel Jesu, der auch im Himmel für die Bekehrung der Menschen betet. Auch der im Tabernakel anwesende Christus ist ein Betender.
Für den einzelnen Beter werden Verdienste in Aussicht gestellt.
Pius IX gewährt 1849 verschiedene Ablässe und erneuerte diese sieben Jahre später.
Der Generalobere der Gesellschaft Jesu hat den Mitgliedern des Gebetsapostolates „Teilnahme an allen Verdiensten der Missionare des Ordens verliehen“
Nach dem II. Vatikanum sind 1968 neue Statuten für das Gebetsapostolat verfasst und vom Heiligen Stuhl approbiert worden. Sie orientieren sich an dem Apostolatsauftrag des Dekretes über die Laien.
Dazu heißt es in den Statuten“:
„Jede äußere apostolische Betätigung muss mit dem Gebet und sich opfernder Hingabe verbunden sein, um in der Kraft des Kreuzesopfers des Herrn am Aufbau des Leibe Christi beitragen zu können.
So wie Christus einerseits selber durch seien Lehren und Taten hilfreichen Erbarmens an der Verkündigung seines Reiches gearbeitet hat, so hat er andererseits aber die Welt dadurch erlöst, dass er von Anfang an sein Leben dem Vater für die Menschen darbrachte, für sie betete, und schließlich seine Opferhingabe im österlichen Mysterium vollendete.
Diese Art der Vereinigung mit dem Hohenpriester Christus erfordert notwendigerweise eine innige Verbindung mit ihm durch eine personale Liebe.“