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„Ich hätte nie gedacht, dass ich so wichtig bin, dass so viele für mein Anliegen beten“.

„Ich habe einem Menschen, bei dem ein Hirntumor diagnostiziert wurde, versprochen, für ihn zu beten. Dass ich das jetzt hier in der Gemeinschaft der Glaubenden tun darf, das ist überwältigend...“

„Am Anfang habe ich krampfhaft überlegt, für wen in meinem Bekanntenkreis ich denn um Himmels willen beten könnte. Wenn die Reihe an mich kam, habe ich spätenstens beim zweiten Gesätz passen müssen. Von Mal zu Mal hat sich mein Blick geweitet. Durch den Lichter-Rosenkranz lernt man, hinzuschauen.“

„Ich bete immer für die Menschen, von denen ich in der Tagesschau gehört habe. Manchmal sogar für unsere Politiker.“

„Ich stelle mir immer vor, wer nach so einem Lichter-Rosenkranz da alles in der Kirche zusammensitzt – Merkel, Obama, Klinsmann, mein Mann, der Mathelehrer, der Papst, mein kleiner Neffe, eine Familie aus Bolivien, mein heißgeliebter Chef  und der Blumenhändler von nebenan...“

Gott wartet persönlich auf meine Sorgen, Anliegen, Freuden – auf mich

Lichter-Rosenkranz

Wenn gute Freunde oder liebe Verwandte einen fragen, wie es einem geht, oder einen auffordern: „Erzähl doch mal, was so los war“, dann lesen wir ihnen in der Regel wohl nicht die Tageszeitung vor (obwohl da natürlich drin steht, was so los war), noch zitieren wir einen Werbeslogan. Wir erzählen, was wir persönlich erlebt haben, was uns umtreibt, was uns Sorgen macht, was freut, was bewegt.
Geht es um das Gespräch mit Gott, um das Beten, greifen wir aber vielfach zu feststehenden Gebeten und Allgemeinplätzen. Beten berührt dann oft weder den konkreten Alltag noch das eigene Leben.

„In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig au.“ (Mk 6,30).


Bevor Jesus seine Jünger nach dem Apostolatspraktikum  auffordert, mit ihm an einen einsamen Ort zu gehen, um ein wenig auszuruhen, hat er zu ihnen gesagt: Erzählt mal, wie es euch gegangen ist. Und wie schön muss es gewesen sein, dem Meister zu erzählen von all den konkreten schweren, schönen, aufbauenden und bedrückenden Erlebnissen unterwegs...

Genau dazu lädt Christus uns beim Beten ein. Im Lichter-Rosenkranz hat diese Einladung zum persönlichen Beten eine Form gefunden, die zugleich zu einer erlebbaren Verbindung von Alltag und Gebet wird.

Den Alltag ins Gebet nehmen

Der Lichter-Rosenkranz greift zunächst Elemente auf, die in der menschlichen Natur wie in der  Volksfrömmigkeit tief verankert sind: Kerzen anzünden, Blumen schenken, und das unter Jugendlichen wieder neu entdeckte Rosenkranzbeten, und verbindet diese zu einem  sinnenhaften Erleben (es entsteht im Beten ein Kranz von Rosen und Lichtern).

Doch es kommt noch etwas hinzu: Die Ereignisse im Leben von Jesus und Maria, die wir in den Gesätzen des Rosenkranzes betrachten, werden mit dem eigenen Alltag verbunden. Wir dürfen und sollen unsere Sorgen und Nöte, aber auch unsere Freude und unseren Dank voll Vertrauen zu Christus bringen. Damit verknüpfen wir unseren Alltag mit unserem Glauben und machen so unseren Glauben lebendig und im Alltag gegenwärtig.

In Licht und Rose mein Leben bringen

Zu Beginn werden ein Kreuz, 63 Kerzen oder Lichtgläser und ein Marienbild in der Form eines Rosenkranzes aufgestellt und 63 Rosen bereitgelegt.
Die Betenden sitzen je nach Zahl um diesen Rosen-Kranz, im Kirchenraum oder Saal. Ein Moderator gibt zu Beginn und vor jedem Gesätz den passenden Schrifttext und eine Anwendung auf das praktische Leben, möglichst in Anknüpfung an aktuelles Geschehen, in die Runde hinein. Der Moderator betet dann das Glaubensbekenntnis und das erste Vaterunser und verknüpft es mit einem konkreten Anliegen, entweder im Sinne des Kana-Gebetes: „Herr, die Arbeiter bei …… bangen um ihren Arbeitsplatz“ oder im Sinne der Gebetseinladung: „Beten wir dieses Vaterunser für die Arbeiter.“.
Reihum oder ganz spontan, wenn ein Anliegen  in ihm wach wird,  betet dann je ein Teilnehmer in seinem persönlichen Herzensanliegen ein Gegrüßet seist du Maria, dann der nächste in seinem Anliegen, usw., bis 10 Gegrüßet seist du Maria gebetet sind., und so alle fünf Gesätze hindurch.
Im Lichter-Rosenkranz wird also der Alltag  - der urpersönliche kleine Alltag oder der, der per Internet und Fernsehen in den Alltag hineinkommt - ins Gebet genommen. Es ist nichts aus meinem Alltag zu klein oder zu unbedeutend, dass ich nicht die ganze Welt bitten kann, mit dafür zu beten und nichts ist zu groß, dass ich nicht auch ganz alleine darum bitten darf.

Für jedes Vater unser und jedes Ave Maria wird vom Betenden ein Licht angezündet und eine Rose dazugestellt, während die ganze Gemeinschaft in diesem Anliegen mitbetet.
Das Licht ist ein Zeichen für die Liebe, die von Christus und Maria ausgeht. Christus schenkt sich uns, er schenkt uns seine Liebe, investiert seine Liebe in jeden Einzelnen von uns. Seine Liebe ist eine Anfrage an jeden persönlich. Die Antwort im Lichterosenkranz ist, dass wir ihn mit unseren Anliegen einladen, an unserem Alltag teilzuhaben.
Mit der Rose drücken wir unsere Bereitschaft aus, mit Christus mitzugehen und mitzutragen.
Dass jedes Licht bewusst am vorhergehenden entzündet wird, ist ein Zeichen der in diesem Lichter-Rosenkranz entstehenden Solidarität untereinander und mit Christus.

Einer trage des anderen Last

Der Lichter-Rosenkranz wird  meist in Gemeinschaft gebetet und ist dann ein konkreter Ausdruck des Pauluswortes: „Einer trage des anderen Last“ (Gal 6,2) Ob jemand für seine kranke Mutter betet oder darum, dass zehntausende von Menschen ihre Arbeit nicht verlieren, ob es die nächste Matheklausur ist oder der Tod des eigenen Kindes, der immer noch weh tut: indem einer ein Anliegen sagt und alle dafür mitbeten, wird Kirche als Familie zum Erlebnis.

Viele beten den Lichter-Rosenkranz am Beginn von kirchlichen Arbeitstreffen. Es zeichnet sich ein Panorama dessen, was die Beteiligten im Moment bewegt, freut und bedrückt.

Der Lichter-Rosenkranz kann auch ganz allein gebetet werden.
Am Anfang vielleicht nur ein Gesätz. Aber es dauert nicht lange, und man hat 55 Menschen  aus dem ganz konkreten Alltag zusammen, für die man betet...

Der Lichter-Rosenkranz geht auf eine Anregung von Pater Kentenich in Argentinien zurück.