- 1: Wochenimpuls.
- 2: Foto-Impuls.
- 3: 2013 Materialien.
- 4: Mit Kindern beten.
- 5: Über das Beten.
- 6: Beten konkret.
- 7: Ignatianisch beten.
- 8:
Schönstatt.- 8.1: Spurensuche.
- 8.2: SMS from God.
- 8.3: Offene Türen suchen.
- 8.4: Gewandelt werden.
- 8.5:
Glaubenshaltung. - 8.6: Mystik des Gesprächs.
- 8.7: Der Rote Faden.
- 8.8: Lichter-Rosenkranz.
- 9: Gebetsapostolat.
- 10: Beten Postmoderne.
- 11: Mechthild von Magdeburg.
- 12: Gebete.
- 13: Gebetskarte.
Maria hat es vorgelebt
Die Berichterstattung spart Gott aus
Unser Umfeld ist zum größten Teil säkular. Von der Tagesschau im Fernsehen angefangen bis hin zu unseren Alltagsgesprächen kommt Gott und der Glaube kaum vor. Von kirchlichen Ereignissen wird manchmal berichtet, doch sind auch hier eine kleinere Gruppe von Demonstranten, die z. B. gegen einen Flughafenausbau Sturm laufen, interessanter, als wenn sich 10.000 Menschen zu einem Gottesdienst zusammenfinden. Die Nachricht, dass in Deutschland am Sonntag mehr Menschen in die Kirche gehen als auf die Fußplätze und in die Museen, ist offensichtlich keine Nachricht. Im Fernsehen eine Berichterstattung über die Predigten in den deutschen Domkirchen statt Sportschau – undenkbar.
Hellsichtiger Blick für die Realität Gottes
Glaubende Menschen sehen hinter die Erfahrungen und Ereignisse des Lebens, um Gott als hintergründige Wirklichkeit zu ahnen und zu entdecken. Dabei bleibt nichts ausgeschlossen: persönliche Freuden, Sehnsüchte und Sorgen, gesellschaftliche Entwicklungen und Tendenzen, eine Wahl in Stadt oder Land, technische Fortschritte und wissenschaftliche Glanzleistungen, natürlich auch die Tabelle der Fußballbundesliga, doch auch Umweltkatastrophen und Kriege, die über die Medien bis in unsere Wohnzimmer vordringen.
Glaubende Menschen fragen dabei:
Was steckt dahinter?
Welche Sehnsucht treibt die Menschen?
Wo gibt Großherzigkeit Zeugnis von Gottes Liebe?
Wo wollen Menschen ihren eigenen Willen durchsetzen, auch gegen das Wohlergehen der anderen?
Zu vielen Fragen werden wir in der Bibel Beispielerzählungen finden, die uns Antworten geben können. Auf nicht wenige Fragen werden wir solche Antworten nicht finden können und müssen stumm etwas hinnehmen und annehmen.
Die gläubige Haltung Marias

- (c) Wode
Heilige und andere glaubende Menschen können uns helfen, in diese Haltung des Schauens und Fragens hineinzuwachsen. Maria, die Mutter Jesu, hat – so das Zeugnis der Bibel - diese Haltung in einzigartiger Weise verwirklicht.
In der Verkündigungssituation, dass sie Mutter Jesu werden solle, verwirklicht sie Offenheit für den Willen Gottes und Bereitschaft, darauf einzugehen und neue Anfänge zu wagen (Lk 1,26-38).
In der Begegnung mit ihrer Kusine Elisabeth zeigt sie sich als Frau gläubiger Kommunikation und des Lobpreises Gottes (Lk 1,39-56).
In mehreren Situationen heißt es, dass sie die Ereignisse in ihren Herzen bewahrte und darüber nachdachte (Lk 2,19.51).
Sie bleibt die Weggefährtin Jesu bis zum Kreuz (Joh 19,25-27).
In der jungen christlichen Gemeinde bleibt sie mit den Jüngerinnen und Jüngern zusammen (Apg 1,14).
Pater Kentenich nennt darum Maria die von Gott bestellte Dauerhelferin und Dauergefährtin ihres Sohnes.
Die Sendung Marias

- (c) Wode
Die Kirche ist überzeugt, dass diese Aufgabe Mariens nicht mit dem Tod Jesu oder ihrem eigenen Tod aufhörte, sondern sie „dauert unaufhörlich fort, von der Zustimmung an, die sie bei der Verkündigung gab und unter dem Kreuz ohne Zögern festhielt, bis zur ewigen Vollendung aller Auserwählten“ (2. Vatikanisches Konzil, Lumen Gentium, Nr 62). Damit hat Maria eine bleibende Sendung und Aufgabe: Sie soll den Menschen helfen, in ihre gläubige Haltung hineinzuwachsen. Sie ist somit nicht nur Vorbild, sondern auch Mutter und Begleiterin der Gläubigen.
Wer sich also mit Maria befasst, sich auf sie einlässt und sich mit ihr verbündet, der darf erwarten, dass er
so offen wie sie auf Gottes Wünsche hören lernt,
so bereitwillig wie sie Jesus Christus in sein Leben einlässt,
fragend, besinnlich und kontemplativ mit den Ereignissen seines Lebens umgeht,
auch in den Zumutungen des Lebens an die Führung Gottes glauben lernt,
in der Gemeinschaft der Glaubenden lebt und Gottesdienst feiert,
auf die Vollendung am Ende seines Lebens hofft.
Maria verehren heißt also nicht, einfach bewundernd vor ihr zu stehen, sondern im lebendigen Kontakt mit ihr, ihr ähnlich zu werden.
Anregung:
Wenn ich in meiner Pfarrkirche oder sonst eine Kerze vor dem Bild Marias entzünde, darf ich meine Anliegen vortragen, doch vor allem für mich selbst und für andere darum bitten, in ihre Haltung des Glaubens hineinzuwachsen.
