- 1: Wochenimpuls.
- 2: Foto-Impuls.
- 3: 2013 Materialien.
- 4: Mit Kindern beten.
- 5: Über das Beten.
- 6: Beten konkret.
- 7: Ignatianisch beten.
- 8:
Schönstatt.- 8.1: Spurensuche.
- 8.2: SMS from God.
- 8.3: Offene Türen suchen.
- 8.4: Gewandelt werden.
- 8.5: Glaubenshaltung.
- 8.6: Mystik des Gesprächs.
- 8.7:
Der Rote Faden. - 8.8: Lichter-Rosenkranz.
- 9: Gebetsapostolat.
- 10: Beten Postmoderne.
- 11: Mechthild von Magdeburg.
- 12: Gebete.
- 13: Gebetskarte.
Der rote Faden meines Lebens
Gott begleitet mich nicht nur jeden einzelnen Tag, sondern mein ganzes Leben. Wie finde ich im Gespräch mit Gott die Linie meines Lebens, den „Roten Faden“? In der Bibel wird es beschrieben
Der Zug ins gelobte Land
Die Bibel bezeugt auf allen Seiten des Alten und Neuen Testamentes, dass Gott die Menschen begleitet, mit ihnen einen heilvollen Plan hat, sie einen guten Weg führen will. Die tiefste Erfahrung des Volkes Israel ist der Zug in das „gelobte Land“, wie ihn das Buch Exodus beschreibt: Gott befreit das Volk aus der Sklaverei Ägyptens, er führt es durch das Rote Meer und aus der Wüste heraus, er gibt ihm die 10 Gebote und lässt sie schließlich das Land in Besitz nehmen, „das von Milch und Honig fließt“.
Was das Buch Exodus für das ganze Volk Israel beschreibt, gilt in gleicher Weise für jeden einzelnen Menschen. Jeder Mensch soll für sich und in der Gemeinschaft, in der er lebt, sein gelobtes Land finden. So sind die alten Erzählungen über Abraham, Issak und Jakob zu verstehen. Das gleiche erzählen die neutestamentlichen Berichte über Maria, Paulus, die Apostel, viele andere. Auch der Lebensweg Jesu ist so zu verstehen.
Den roten Faden entdecken
Die griechische Mythologie erzählt von einem Faden, den die Prinzessin Ariadne dem Theseus schenkte. Mit Hilfe des Fadens fand er, nachdem er das Ungeheuer Minotauros getötet hatte, wieder aus dem Labyrinth heraus.
Für glaubende Menschen ist der rote Faden die Überzeugung, dass Gott durch alle Höhen und Tiefen des Lebens führt und letztlich alles zum Guten und zum Heil des Menschen ausrichtet. Dieser Rote Faden ist für uns Menschen nicht immer sichtbar, meist erst im Nachhinein erkennbar. Bei schweren Belastungen, Sorgen und Leid haben wir eher das Gefühl, dass es diesen roten Faden gar nicht gibt.
Die eigene Geschichte mit Gott aufschreiben
Um der Begleitung Gottes im eigenen Leben auf die Spur zu kommen, haben sich verschiedene Arten der Besinnung, des Lebensrückblickes, der „revision de vie“ in Exerzitien oder „Wüstentagen“, herausgebildet. Eine Art, den roten Faden des eigenen Lebens zu entdecken, ist es
... einen eigenen Lebensroman,
eine geistliche Autobiographie zu schreiben. Ein solcher Roman hilft, die eigenen Ursprünge, Motivationen und Lebenslinien bewusster zu machen und neu zu bewerten.
Welche Begebenheiten prägten meine Kinder- und Jugendzeit?
Was waren entscheidende Erlebnisse und Eindrücke für mich?
Was hat mich froh gemacht?
Was hat Verwundungen verursacht, vielleicht solche, die heute noch weh tun?
Wie fand ich zu meiner Lebensberufung?
Welche Entscheidungsphasen habe ich durchlebt?
Welche Zweifel und Unsicherheiten haben mich gequält?
Welche Gespräche und Gedanken habe ich als hilfreich erlebt?
Welche Bücher, Gedichte, Filme, Bilder, Zeichen oder Symbole haben mich beeinflusst?
Welche Erfahrungen hatte ich mit Sexualität und Erotik? Zu wem fühlte ich mich besonders hingezogen?
Welche Alltagserfahrungen prägen mich heute?
Eine andere Art, den roten Faden im eigenen Leben zu entdecken, ist es,
... eine eigene Schriftrolle
zu verfassen. Wie die Bücher der Bibel ursprünglich auf Schriftrollen aufgeschrieben waren, so kann ich meine eigene, persönliche Geschichte mit Gott auf einer Rolle notieren. Ich kann mir eine solche Rolle selbst basteln, indem ich DIN A4-Blätter aneinander klebe und darauf wichtige tägliche Erfahrungen aufschreibe. Im Rückblick kann ich frühere wichtige Ereignisse und Begebenheiten eintragen - alles unter den Fragen:
An welchem roten Faden entlang führt mich Gott?
Zwischen welchen immer wieder gleiche oder ähnliche Erfahrungen, Erwartungen oder Bedürfnissen kann ich Entwicklungslinien ziehen?
Welche besonderen Aufgaben, welche Verantwortung besonderer Art oder Anliegen zeigt sich mir deutlicher?
Wie zeigt mir Gott durch meine Erfahrungen, welche originelle Sendung, welchen Lebensauftrag er mir zugedacht hat?
