- 1: Wochenimpuls.
- 2: Foto-Impuls.
- 3: Mit Kindern beten.
- 4: Über das Beten.
- 5: Beten konkret.
- 6: Ignatianisch beten.
- 7: Schönstatt.
- 8: Gebetsapostolat.
- 9: Beten Postmoderne.
- 10:
Mechthild von Magdeburg.- 10.1: Kraft des Gebetes.
- 10.2: Um die Wahrheit bitten.
- 10.3: Religiöse Biographie.
- 10.4: 14 Tipps für ein christliches Verhalten.
- 10.5: Über das Stundengebet.
- 10.6:
Gespräch mit Gott. - 10.7: Gebet zu Maria.
- 10.8: Das Tagebuch.
- 10.9: Geistlicher Ratgeber.
- 10.10: Mechthilds Herkunft.
- 10.11: Ihr letztes Gebet.
- 11: Gebete.
- 12: Gebetskarte.
Wohl mir! Ich lobe dich auf allen Wegen, Gott, für deine edle Güte, dass du mich erwählt hast zu deinem heiligen Dienst! Heilige mein Gemüt, dass ich mit heiliger Innigkeit alle deine Gaben empfange und ich mit Freuden bei dir bleibe.
Buch VII, Kap22
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Gespräch mit Gott
Gegrüßet seist du, lebendiger Gott,
du bist vor allen Dingen mein.
Das ist mir eine endlose Freude,
dass ich ohne Falsch
kann reden mit dir.
Wenn mich meine Feinde jagen,
so fliehe ich in deinen Arm,
dort kann ich mein Leid klagen,
wenn du dich neigen willst zu mir.
Du weißt wohl, wie du rühren kannst
die Saiten in der Seele mein.
Eya, das beginne alsogleich,
dass du immer selig müssest sein.
Ich bin eine unedle Braut,
jedoch bist du mein ehelicher Traut (Liebling, Geliebter, Gemahl)
dessen will ich mich immer freuen.
Gedenke, wie du lieben kannst
die reine Seele in deinem Schoß
und vollbringe es, Herr, an mir alsogleich,
obwohl ich dir nicht gleichkomme.
Eya, zieh mich, Herr, hinauf zu dir,
so werde ich rein und klar.
Lässt du mich in mir selbst,
so bleibe ich in Finsternis und Schmerz.
Vor Gott kann man ehrlich sein und muss keine Missverständnisse menschlicher Kommunikation in Kauf nehmen, mit Ihm kann man frei heraus reden. Er spendet Trost, Hilfe, Geborgenheit und Glückseligkeit. Gott weiß, was der Seele gut tut, er kann ihre Saiten zum Klingen bringen und wird dadurch selbst selig, obwohl die Seele Gott nicht ebenbürtig ist („Ich bin eine unedle Braut“). Das erst wird sie durch seine Liebe, wenn Gott sie zu sich erhöht, sie zu sich zieht. Im „Ziehen“ wird mitgesagt, dass die Initiative von Gott ausgehen muss, er allein kann die Seele frei machen für die „Himmlische Musik“, das Saitenspiel der Seele. Zurückbleiben der Seele in sich selbst wäre schmerzhaftes Fernsein von Gott.
Helmut Zimmermann
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