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Ave Maria
Gratia plena
Dominus tecum
bendicta tu in mulieribus,
et benedictus fructus
ventris tui Jesus.
Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus,
Nunc et in hora
mortis nostrae. Amen 

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade
Der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen
Und gebenedeit ist die Frucht
deines Leibes, Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde
unseres Todes. Amen


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Gebet zu Maria

(c) Christian Wode


Wie man das Ave Maria Unsere Frau anempfehlen soll

Gegrüßet seist du, himmlische Kaiserin, Gottes Mutter und meine herzliebe Frau.

Empfange, Herrin, heute dein ‚Ave Maria’ zu Lob und Ehren des wonnevollen Anblicks des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, der sich so wonniglich auf das jungfräuliche, mütterliche Antlitz offen und unverborgen richtet, voll aller Seligkeit.

Eya, Herrin, gedenke all meines Begehrens und all meiner Bitten,
all meiner Pein und all meiner Not und all meines Herzeleides,
meiner Ehre, meiner Seele und meiner letzten Stunde,
wenn ich mich hinauf (zum Himmel) aus diesem jämmerlichen Elende wende; dies soll alles deiner mütterlichen Treue und deiner jungfräulichen Ehre befohlen und deiner fraulichen Güte befohlen sein, ohne Unterlass und dazu auch alle die mit mir, die deine und meine Freunde im Namen des allmächtigen Gottes sind, meine herzliebe Herrin, Maria, edle Kaiserin!

Fließendes Licht der Gottheit, Buch VII,  Kapitel 2

Ein Lob Mariens: In Maria begegnen wir der Dreifaltigkeit Gottes, sie spiegelt sich auf ihrem Antlitz wider. Gott sieht Maria, Maria sieht Gott und in Maria wird Gott in seiner Dreifaltigkeit anderen sichtbar. Mechthild spricht Maria in dreifacher Weise als Himmelskönigin („Kaiserin“), Gottesmutter und Frau an, der sie das „Ave Maria“ entgegenbringt. In ihrer Bitte um Beistand in der Todesstunde appelliert sie an die „menschliche“ Maria als Mutter, Jungfrau und gütige Frau, Maria soll aber auch anderen  Marienverehrern („deine und meine Freunde“) beistehen. Das zeigt: Mechthild betet nicht „egoistisch“ für sich selbst, sondern auch solidarisch-sozial für andere.

Helmut Zimmermann

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