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Mechthild von Magdeburg

(c) Initiativkreis Kloster Helfta.e.V. Durach


O süßer Jesus, allerschönste  Gestalt,
unverborgen in Nöten und in Liebe meiner elenden Seele!
Ich lobe dich mit dir selbst in der Liebe,
im Leiden und in der Liebe in der Gemeinschaft aller Geschöpfe,
das freut mich dann über alle Maßen:
Herr, du bist die Sonne aller Augen,
du bist die Lust aller Ohren,
du bist die Stimme aller Worte,
du bist die Kraft aller Gutheit,
du bist die Lehre aller Weisheit,
du bist das Lebende in allem Leben,
du bist die Ordnung alles Seins!

Das fließende Licht der Gottheit, Buch III,2
 

Mit großer Beziehungskraft spricht Mechthild von Magdeburg mit Gott. Sie hat Visionen, fühlt sich von Gott angesprochen, ja sogar als seine Braut. Erst mit 43 Jahren beginnt sie, ihre Gebetserfahrungen aufzuschreiben.

Helmut Zimmermann hat die Texte übersetzt und kommentiert. Er zeigt, dass Mechthild einerseits ganz eigenständig schreibt, zum anderen jedoch sich im großen Fluss des Betens, inspiriert durch die Bibel, bewegt.
 

Der siebenfache Lobpreis nimmt die Zahlensymbolik der Sieben auf: Sie ist die Zahl der absoluten Fülle. Nichts anderes kommt hier zur Sprache. Für diese Überfülle Gottes findet Mechthild ungewöhnliche und großartige Bilder. Die ersten drei Lobpreisungen thematisieren mit Sehen, Hören und Sprechen die kommunikativen Eigenschaften Gottes, die folgenden drei – Gutsein, Weisheit und Leben – benennen das Verhalten Gottes gegenüber der Schöpfung und dem Menschen. Der Lobpreis gipfelt abschließend in höchstmöglichen Aussage über Gott: ER ist die Ordnung alles Seins.