- 1: Wochenimpuls.
- 2: Foto-Impuls.
- 3: Mit Kindern beten.
- 4: Über das Beten.
- 5: Beten konkret.
- 6: Ignatianisch beten.
- 7: Schönstatt.
- 8:
Gebetsapostolat.- 8.1: Aktuelles.
- 8.2:
Mit Christus beten. - 8.3: Einstimmen i.d.Gebet.
- 8.4: Mit dem Papst beten.
- 8.5: Geschichte des Gebetsapostolats.
- 9: Beten Postmoderne.
- 10: Mechthild von Magdeburg.
- 11: Gebete.
- 12: Gebetskarte.
Mit Christus beten
In den Evangelien gibt es viele Berichte, dass Jesus gebetet hat. Er hat auch für die Menschen, die zum Glauben gekommen sind, Fürbitte gehalten. Im Johannesevangelium ist ein solches Gebet festgehalten.
„Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir… Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.
Aber ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ - Kap. 17, 6-9, 14-21
Dieses Eintreten für die Menschen endet nicht mit dem Tod Jesu. Jesus ist nicht im Himmel, um einfach abzuwarten, wie die menschliche Geschichte ausgeht, er tritt für die Menschen vor Gott, dem Vater ein. Im Hebräerbrief heißt es:
„So ist Jesus auch zum Bürgen eines besseren Bundes geworden. Auch folgten dort viele Priester aufeinander, weil der Tod sie hinderte zu bleiben; er aber hat, weil er auf ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum. Darum kann er auch die, die durch ihn vor Gott hintreten, für immer retten; denn er lebt allezeit, um für sie einzutreten.
Ein solcher Hoherpriester war für uns in der Tat notwendig: einer, der heilig ist, unschuldig, makellos, abgesondert von den Sündern und erhöht über die Himmel; einer, der es nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohenpriester zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst dargebracht hat.“ - Kap 7, 22-27
Nach dieser Grundintention des Hebräerbriefs sind viele Kirchen gebaut. Wir sehen dort Christus, Maria, die anderen Heiligen, die Engel, die mit der irdischen Gemeinde Gottesdienst feiern. In romanischen und gotischen Kirchen repräsentieren die Gewölbe den Himmel. Im Barock können wir einen Blick in den Himmel werfen.
Das große Werk der Erlösung ist noch im Gang. Auch wenn Jesus nicht mehr im Tod, sondern mit seinem verklärten Leib bei Gott ist, hat die Geschichte ihr Ziel noch nicht erreicht. Gott will diese verworrene, schuldbeladene Geschichte der Menschheit zu einem guten Ende bringen.
Nicht dass sie einfach mal aufhört, wie ein Planetensystem verglüht, sondern dass das Ende Vollendung sein wird, darum geht es. Jeder, der diesen Weg Gottes erkannt hat, soll nicht einfach zusehen, ob es Gott gelingen wird, sondern er ist Teil der großen Geschichte, die Gott mit den Menschen eingegangen ist.
Wegen dieses Zieles ist der Sohn Gottes Mensch geworden. Er hat mit seinem Tod die Menschheit nicht einfach ihrem Schicksal überlassen, sondern ist Teil der Menschheit geblieben, denn die Auferstehung von den Toten heißt, dass Jesus mit Leib und Seele auferstanden ist, er wird der „Erstgeborene der Toten“ genannt. Seine Auferstehung wird an Ostern als Beginn der neuen Schöpfung gefeiert. An Jesus wird deutlich, dass ein so schlimmes Verbrechen wie die Hinrichtung eines Unschuldigen am Kreuz das ist, was Menschen zustande bringen. Aber dabei belässt es Gott nicht. Schon im Alten Testament wusste man, dass Gott die Gerechten nicht vergisst. In Jesus ist das deutlich geworden, dass Gott das Böse nicht triumphieren lässt.
In Jesus ist der Anfang gelungen, dass die menschliche Geschichte zu ihrer Vollendung gelangt. Jesus bleibt in diese Geschichte eingebunden. Zeichen dafür ist sein Herz, das weiter für die Menschen schlägt. Es ist das durch den Lanzenstich verwundete Herz, das sich nicht von den Menschen abgewandt hat.
Jesus ist dann auch nicht in den Himmel entrückt und schaut dem verworrenen und oft unseligen Fortgang der Geschichte von Ferne zu. In seiner Kirche ist er weiter unter den Menschen. Die Kirche ist der „Leib Jesu“, er ist ihr Haupt. Die Gegenwart Jesu findet ihren besonderen Ausdruck im Sakrament der Eucharistie, in Brot und Wein sind der himmlische Leib Jesu gegenwärtig.
Weil Jesus sein Herz nicht abgewandt hat, hat die Verehrung des Herzens Jesu eine große Bedeutung im Gebetsapostolat, ebenso die Eucharistie, weil hier die Liebe Jesu und zugleich die Verbundenheit der Betenden mit ihm einen besonderen Ausdruck findet.
