- 1: Wochenimpuls.
- 2: Über das Beten.
- 3: Beten konkret.
- 4: Ignatianisch beten.
- 5: Schönstatt.
- 6:
Gebetsapostolat.- 6.1: Mit Christus beten.
- 6.2: Einstimmen i.d.Gebet.
- 6.3: Mit dem Papst beten.
- 6.4: Geschichte des Gebetsapostolats.
- 7: Beten Postmoderne.
- 8: Mechthild von Magdeburg.
- 9: Gebete.
- 10: Gebetskarte.
Gebet der Vereinten Nationen
Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns Mut und Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen. Amen.
Weltweit beten
Alle Menschen
Beten, dass die anderen Menschen Jesus Christus als ihren Erlöser erkennen, das ist die Grundidee des Gebetsapostolates. Es ist nicht ganz uneigennützig, weltweit zu beten. Denn keiner kann für sich alleine die Vollendung seines Lebens finden, wenn andere unglücklich, von Gott getrennt sind. Gott will die Rettung aller, nicht nur einzelner.
In dieser großen Geschichte der Erlösung hat der Gläubige nicht einfach die Rolle des Zuschauers. Wie es für mein eigenes Leben einen großen Unterschied macht, ob ich mich auf Gott einlasse oder ob ich in Distanz zu Gott bleiben will, so kommt es auch darauf an, ob ich meinen Glauben in die Waagschale werfe, wenn es um die ganze menschliche Geschichte geht. Darum geht es wirklich, dass die Geschichte gelingt, meine eigene und mit ihr die der anderen Menschen.
Auch wenn es scheint, dass der Mensch sich in der Moderne von Gott und seinem Erlösungswerk distanziert hat, für die Menschen in Not schlägt das Herz vieler. Es ist nämlich nicht so selbstverständlich, dass bei Katastrophen auf einem anderen Kontinent die Menschen in Europa spontan Geld spenden.
Bedeutsam ist auch, dass die Politiker Rückhalt in der Bevölkerung haben, wenn sie sich für den Frieden in einem Krisengebiet einsetzen. Die Menschen spüren es: Nicht der einzelne kann sich retten, es kann nur die Menschheit insgesamt gerettet werden. Ausdruck dieser Überzeugung ist die UNO, von der bei jeder neuen Krise eine Friedensinitiative erwartet wird.
Wer nicht nur verstanden hat, dass die Menschheit Frieden braucht, damit das eigne Leben gelingt, sondern auch erkannt hat, dass Gott das Heil aller Menschen will, der betet nicht nur für sich, sondern für andere.
Für die wichtigen Ziele setzen wir unser Leben ein. Wir sind mit Leib und Seele engagiert. Wenn wir uns engagieren, geht es um das Gelingen unseres Lebens. Jeden Tag steht es im Kleinen, manchmal auch im Großen auf dem Spiel. Ich habe mich verabredet: Treffe ich den anderen Menschen oder verfehlen wir uns. Noch wichtiger: Kommt es zu einem guten Gespräch, erlebe ich Zuneigung, finde ich Anerkennung. Das ist jeden Tag Thema.
Das Gelingen meines Lebens kommt noch viel weitreichender ins Spiel, wenn ich eine wichtige Entscheidung treffen muss, für eine Partnerschaft, einen beruflichen Wechsel, für Kinder. Da steht immer das Gelingen meines Lebens auf dem Spiel.
Das ist übrigens auch der Motor, der das Interesse der Menschen am Fernsehen wie am Kino wach hält. Denn Fernsehserien wie Filme werden dann von vielen Menschen geschaut, wenn die Zuschauer mit dem Helden, der Heldin mitbangen können, ob es ihnen gelingt, im Liebesfilm, den Partner zu finden, im Thriller, der Gefahr zu entkommen, im Abenteuerfilm, den Schatz zu erringen.
Wer die Welt in ihrer Unerlöstheit ins Auge fasst, der erkennt: Es verlangt mehr, als abends sich in den Nachrichten erzählen zu lassen, was wieder alles schief gelaufen ist. Ich bin selbst gefragt, ob ich mein Leben für das Gelingen des Ganzen in die Waagschale werfe.
Diese innere Haltung wird mir im Gebet geschenkt. Es müssen dann auch die Taten folgen, jedoch werde ich aufmerksamer den Tag verbringen, das erkennen, was mir möglich ist, wenn ich mich am Morgen innerlich auf die Geschichte eingestellt habe, in der ich lebe.
Es geht letztlich darum, dass diese Geschichte gelingt. Sie gelingt, wenn die Menschen sich auf den Weg der Bergpredigt einlassen, zuerst ich und dann die anderen. Da Gott das große Erlösungswerk vollbringt und Christus die menschliche Geschichte zu einem guten Ende führen wird, kann ich mich am meisten für das Gelingen einsetzen, wenn ich mich zuerst innerlich mit Gott verbinde.
Das geschieht am besten im Morgengebet, ob ich das persönlich formuliere, die Laudes bete, meditiere, ich kann meinen Lebenseinsatz in einem Gebet zum Ausdruck bringen. Dafür gibt es verschiedene Formulierungen, an denen ich mich orientieren kann. Mehr dazu: Einstimmen in das Gebet
Im 1. Timotheusbrief zeigt sich, dass das bereits Praxis der frühen Kirche war:
„Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können. Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter: Er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Denn einer ist Gott. Einer auch der Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Jesus Christus.“ 2, 1-5